• Einführung

    Was dich hier erwartet

    Hallo, ich bin Melanie und 26 Jahre alt. Vor zwei Jahren habe ich meine Ausbildung zur Biologielaborantin beendet. Wenn ich in meine Schulzeit zurück blicke, haben mich die Fächer Biologie und Chemie schon immer sehr interessiert. In der Oberstufe begann ich, nach einem Beruf zu Ausschau zu halten, bei dem ich biologische Themen und experimentelles Arbeiten verbinden konnte. Ich bewarb mich auf eine Ausbildungsstelle als Biologielaborantin bei einem Pharmahersteller, also einer Firma, die Arzneimittel entwickelt. Mit einer Ausbildung gleich im Betrieb einzusteigen war für mich reizvoller als ein langes Studium.

    Du bist hier genau richtig, wenn du noch nicht genau weißt, wie es nach deinem Schulabschluss weiter geht. Wenn schon immer Biologie dein Fach war, dann ist vielleicht auch der Beruf des Biologielaboranten bzw. der Biologielaborantin was für dich.

    In diesem Lernpfad stelle ich dir den Beruf näher vor. Dabei geht es vor allem um:

    • Was macht man im Beruf?

    • Welche Vorkenntnisse werden erwartet?

    • Welcher Schulabschluss wird benötigt?

    • Wie läuft die Ausbildung ab?

    • Wo gibt es weitere Informationen?

    Am Schluss gibt es ein paar kleine Aufgaben.

    Für diesen Lernpfad brauchst du lediglich einen PC, Laptop oder Tablet, einen Browser und Internet-Zugang. Für die Anzeige von Dateien im Portable Document Format (PDF) ist ein PDF-Betrachter notwendig. Ein bestimmtes Betriebssystem ist nicht erforderlich.

    Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9/10 (3. Lernjahr) und der Gymnasialen Oberstufe. Um den Lernpfad vollständig durchzuarbeiten, brauchst du etwa fünf Stunden.

  • Berufsbild

    Das machst du im Beruf

    Als Biologielaborantin / Biologielaborant hat man ein sehr breites Aufgabengebiet. Daher ist die Ausbildung sehr umfassend. Eine sehr schöne umfassende Definition lautet wie folgt:

    „Biologielaboranten/-innen haben es mit den Reaktionsabläufen im lebenden Organismus zu tun. Sie führen Untersuchungen an Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen durch. Ihre Versuchs- und Beobachtungsobjekte sind sowohl ganze Organismen als auch Zellen, Gewebe und Organe. Sie prüfen den Einfluss von Medikamenten auf Kreislauf, Gewebe und Körperflüssigkeiten mit Hilfe von Mikroskopen, Zentrifugen und elektronischen Messgeräten. Sie führen chemische, bakteriologische und andere Spezialuntersuchungen an Rindern, Schweinen, Pferden, Schafen und Geflügel durch. Es werden Böden, Nährstoffe, Futter- und Düngemittel ständig kontrolliert. Die Krankheitssymptome und -erreger, wie Mikroorganismen, zum Beispiel Pilze und Viren werden im Labor und in Feldversuchen beobachtet und untersucht. Biologielaboranten/innen arbeiten meistens unter Anleitung eines Wissenschaftlers und können sich auf bestimmte Gebiete spezialisieren.“

    Quelle: www.ihk-oldenburg.de (zugriffen im August 2014)

    Die Beschreibung ist recht umfangreich. Ich habe für dich ein konkretes Beispiel aus der Forschung der Max-Planck-Gesellschaft herausgesucht. Dabei geht es um einen neuen Impfstoff gegen Tuberkulose. Der Artikel ist gut und verständlich geschrieben. Viel Spaß beim Lesen.

    Max-Planck-Gesellschaft: Mikroben schachmatt gesetzt – Forscher rüsten Tuberkulose-Impfstoff nach (Ausgabe 10, 2009). Download bei max-wissen.de

     

  • Voraussetzungen

    Was verlangt wird

    Man kann sich für die Ausbildung zur Biologielaborantin / Biologielaborant auch schon mit einem guten Realschulabschluss bewerben. Besonderen Wert wird auf die Leistungen in den Naturwissenschaften gelegt. Wie du sicher weißt, sind die Grenzen zwischen Biologie, Chemie und Physik fließend. Medikamente enthalten chemische Substanzen, die aufeinen biologischen Organismus einwirken. Gute Noten sollte man auch in Mathematik mitbringen, denn oft sind statistische Auswertungen zu erstellen.

    In einem Labor bedient man eine Vielzahl technischer Geräte, unter anderem zur instrumentellen Analytik. Damit alles stimmt, muss man, selbst wenn es mal stressig wird, konzentriert und sorgfältig arbeiten können.

    Tierversuche sind Teil meiner Arbeit. Die Ratten und Kaninchen, mit denen wir unter anderem arbeiten, helfen uns, neue Medikamente zu entwickeln, um letztlich Menschen zu heilen. Beim Umgang mit Tieren muss man einerseits Zupacken können, andererseits braucht es Einfühlungsvermögen.

    Ich arbeite im Team mit Wissenschaftlern und anderen Laboranten zusammen. Man plant zusammen und tauscht sich aus. Einzelbrödler haben es schwer, stattdessen sind Team- und Kommunikationsfähigkeit gefragt.

    Da Ich in einem großen, internationen Konzern arbeite, ist die englische Sprache wichtig. Viele Mitteilungen sind in Englisch verfasst, oft unterhält man sich auch in Englisch. Weitere Sprachen sind ebenfalls gerne bei uns willkommen.

  • Ausbildung

    Was du in der Ausbildung lernst

    Die Ausbildung zur Biologielaborantin / zum Biologielaboranten erfolgt meist in einem Betrieb, zum Beispiel bei einem Pharma- oder Lebensmittelhersteller oder Firmen aus dem Bereich Biotechnologie.

    Die Ausbildung ist dual, das heißt parallel im Betrieb und in der Berufsschule. Sie dauert 3,5 Jahre. Der praktische Teil der Ausbildung erfolgt im Betrieb, ergänzende fachliche Theorie und allgemeinbildende Fächer wie Mathematik und Deutsch sind Aufgabe der Berufsschule. In großen Firmen wie bei uns gibt es noch zusätzlich Fachseminare. Je nach Lehrjahr verdient man ca. 800 bis 1000 Euro pro Monat.

    Die Ausbildungsverordnung regelt die betriebliche Ausbildung umfasst Pflicht- und Wahlthemen.

    Pflicht sind:

    1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht

    2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes

    3. Betriebliche Maßnahmen zum verantwortlichen Handeln (Responsible Care)

    4. Arbeitsorganisation und Kommunikation

    5. Umgehen mit Arbeitsstoffen

    6. Chemische und physikalische Methoden

    7. Durchführen mikrobiologischer Arbeiten I,

    8. Durchführen zellkulturtechnischer Arbeiten I,

    9. Durchführen molekularbiologischer Arbeiten,

    10. Durchführen biochemischer Arbeiten,

    11. Durchführen diagnostischer Arbeiten I (Hämatologie, Histologie)

    12. Durchführen zoologisch-pharmakologischer Arbeiten

    13. Bereichsspezifische qualitätssichernde Maßnahmen

    Zur Wahl stehen unter anderem:

    Die Themen für den Berufsschulunterricht sind im Rahmenlehrplan festgelegt (bestimmte Themen, wie zum Beispiel die Molekularbiologie, werden wiederholt und vertieft). Du erkenst viele aus der Ausbildungsverordnung wieder, weil sie diese ja ergänzen sollen.

    1. Vereinigen von Stoffen

    2. Trennen von Stoffsystemen

    3. Struktur und Eigenschaften von Stoffen untersuchen

    4. Stoffe fotometrisch und chromatografisch untersuchen

    1. Mikrobiologische und zellkulturtechnische Arbeiten durchführen

    2. Biochemische und molekularbiologische Arbeiten durchführen

    3. Zoologische und pharmakologische Arbeiten durchführen

    4. Hämatologische und histologische Arbeiten durchführen

    5. Botanische und phytomedizinische Arbeiten durchführen

    6. Pharmakologische , toxikologische und pharmakokinetische Arbeiten durchführen

    7. Mikrobiologische, biotechnische und zellkulturtechnische Arbeiten durchführen

    8. Immunologische, biochemische und diagnostische Arbeiten durchführen

    9. Molekularbiologische Arbeiten durchführen

    Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen, die zeitlich auseinander fallen. Teil 1 erfolgt am Ende des 2. Ausbildungsjahres und geht zu 35 % in die Gesamtnote ein; Teil 2 erfolgt am Ende der Ausbildung und macht 65 % der Note aus.

  • Weitere Infos

    Noch mehr Links

    Weitere Informationen rund um den Beruf Biologielaborant/-in findest auf den folgenden Seiten. Einfach mal stöbern. Was Besonderes sind die Filme und interaktiven Seiten.

    Steckbrief

    planet-beruf.de

    Berufsbild

    berufenet.arbeitsagentur.de

    bmwi.de

    berufskunde.com

    vbio.de

    ihk-oldenburg.de

    Blick in die Forschung

    max-wissen.de

    Film

    berufe.tv

    Interaktiv / Multimedia

    beroobi.de

    elementare-vielfalt.de

    Tagesablauf

    abi.de

    Ausbildungsvergütung

    bibb.de

    Ausbildungsverordnung

    bgbl.de

    Rahmenlehrplan

    kmk.org

    Berufsverband

    vbio.de





  • Aufgaben

    Beantworte die Aufgaben

    1. Quiz

    Bist du an einem Videoquiz interessiert? Dabei musst du aus drei Antworten die eine richtige auf eine Frage zum Beruf des Biologielaboranten / der Biologielaborantin auswählen. Ob du richtig oder falsch liegst, sagt dir gleich das Video.

    Hier geht's zum Videoquiz.

    2. Was mir am Beruf gefällt

    Der Beruf des Biologielaboranten / der Biologielaborantin umfasst ein breites Spektrum an Tätigkeiten. Darüber hast du hier einiges erfahren. Beschreibe kurz, was dir gefällt und was dir nicht gefällt. Gerne kannst du dich dazu auf den verlinkten Seiten umsehen.

    3. Blick in die Zukunft

    Nehmen wir an, du entscheidest für die Ausbildung als Biologielaborant/-in. Beschreibe mit wenigen Worten, wo du dir vorstellen kannst zu arbeiten und was du gerne beruflich tun würdest. Falls dir nichts einfällt, schau doch mal in Online-Stellenanzeigen.

    4. Ein Beispiel aus der Forschung

    Im Text der Max-Planck-Gesellschaft hast du mehr über die Tuberkulose und deren Erreger erfahren. Beschreibe kurz und in eigenen Worten die Erkrankung und woran geforscht wird.

    Download Heft bei max-wissen.de

  • Lösungen

    Lösungsvorschläge

    zu 1. (Quiz)

    Ob eine Antwort richtig oder falsch ist, erfährt man unmittelbar nach Auswahl der Antwort.

    zu 2. (Was mir am Beruf gefällt, Vorschlag)

    Mir gefällt am Beruf Biologielaborant/-in, dass man gleich praktisch arbeiten kann. Im Betrieb kann ich meine Fähigkeiten zeigen. Schön ist auch, dass ich Lernen darf und dafür Geld erhalte. Schließlich habe ich am Ende meiner Ausbildung soviel gelernt, dass ich im Labor gleich richtig einsteigen kann

    Momentan kann ich mir nicht vorstellen, vielleicht Tierversuche durchführen zu müssen. Die Ausbildung dauert länger als die zum Biologisch-technischen Assistenten / Assistentin. Ich bin mir noch unsicher, ob ich in einem großen Betrieb als Auszubildende/-r bestehen kann.

    zu 3. (Blick in die Zukunft, Vorschlag)

    Ich bin Biologielaborant an einem großen Klinikum. Hier helfe ich mit, eine neue Krebstherapie zu entwickeln. Das Medikament wird erst in Zellkulturen und später an Tieren getestet. Bewährt es sich, werden auch Patienten in klinischen Tests damit behandelt.

    Ich arbeite im Team mit Wissenschaftlern zusammen. Oft sprechen wir Englisch. Ich muss im Labor viele Automaten bedienen können. Dank meiner Ausbildung fällt mir das leicht.

    zu 4. (Ein Beispiel aus der Forschung, Vorschlag)

    Tuberkulose (TB) ist eine Infektionskrankheit. Sie wird durch Mykobakterien ausgelöst, die erstmals 1982 von Robert Koch entdeckt wurden. Heutzutage sterben jährlich immer noch fast zwei Millionen Menschen an TB. Erkrankte könne mit Antibiotika behandelt werden. Die langfristige Behandlung ist besonders in Entwicklungslänern problematisch. Um die Ausbreitung der TB weiter einzuschränken, wird an einem neuen Impfstoff geforscht, der zudem wirksamer sein soll als der bisherige. Erste Tests im Modell-Maßstab waren erfolgreich. Die Klische Phase I-Studien liefen 2008 an. Neue Ergebnisse liegen bisher nicht vor.





  • Lehrerinfo

    Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer

    Um in einem naturwissenschaftlichen Beruf arbeiten zu können, muss man nicht gleich studieren. Es gibt einige zahlreiche Ausbildungsberufe, die über eine rein schulische Ausbildung oder dual in Kombination von Betrieb und Berufsschule zum Ziel führen.

    In diesem Lernpfad wird der duale Ausbildungsberuf des Biologielaboranten / der Biologielaborantin vorgestellt.

    Inhaltsverzeichnis

    Der Lernpfad umfasst folgende Seiten:

    • Einführung

    • Berufsbild

    • Voraussetzungen

    • Ausbildung

    • Weitere Infos

    • Aufgaben

    • Lösungen

    • Lehrerinfo

    Hinweise

    Im Gegensatz zu den anderen üblichen Darstellungen der Ausbildung und des Berufsbildes erfolgt dies hier aus Sicht des / der Auszubildenden in Form von fiktiven Geschichten.

    In diesem Lernpfad werden behandelt:

    • Was macht man im Beruf?

    • Welche Vorkenntnisse werden erwartet?

    • Welcher Schulabschluss wird benötigt?

    • Wie läuft die Ausbildung ab?

    • Wo gibt es weitere Informationen?

    Am Schluss gibt es ein paar kleinere Tests mit Fragen zu dem Beruf sowie die Lösungen.

    Für diesen Lernpfad brauchst man lediglich einen PC, Laptop oder Tablet, einen Browser und Internet-Zugang. Für die Anzeige von Dateien im Portable Document Format (PDF) ist ein PDF-Betrachter notwendig. Ein bestimmtes Betriebssystem ist nicht erforderlich.

    Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9/10 (3. Lernjahr) und der Gymnasialen Oberstufe. Um den Lernpfad vollständig durchzuarbeiten, werden etwa fünf Stunden benötigt.

    Der Lernpfad richtet sich gleichermaßen an Schülerinnen wie Schüler. Auf sprachlicher Ebene wurde darauf geachtet, geschlechterspezifische Formulierungen (wie zum Beispiel Laborantinnen und Laboranten) zu verwenden, wenn beide Gruppen angesprochen werden sollen. Außerdem werden die Lernpfade abwechselnd von einem Mann oder einer Frau vorgestellt.

    Kontakt mit Autor

    Für Fragen und Anregungen stehe ich gerne zur Verfügung.
    E-Mail an Dr. Stefan Horn: bs@fam-horn.de

  • Ohne Zwischentitel