• Einführung

    Was dich hier erwartet

    Ich heiße Laura und bin 21 Jahre alt. Nach meinem Realschulabschluss wollte ich Chemielaborantin werden. Naturwissenschaften hatten mich schon immer irgendwie interessiert. Da ich sehr gute Noten in Chemie und Physik hatte, versuchte ich mein Glück und bewarb mich bei einem großen Chemieunternehmen. Nachdem ich die Ausbildung erfolgreich absolviert hatte, wurde ich übernommen und arbeite seit einem Jahr in der Qualitätssicherung.

    Wenn dir Formeln und Reaktionsgleichungen in Chemie leicht fallen und dir der direkte Einstieg in eine Firma gefallen könnte, dann solltest du dir den Beruf des Chemielaboranten bzw. der Chemielaborantin mal ansehen.

    In diesem Lernpfad zeige ich dir:

    • Was macht man im Beruf?

    • Welche Vorkenntnisse werden erwartet?

    • Welcher Schulabschluss wird benötigt?

    • Wie läuft die Ausbildung ab?

    • Wo gibt es weitere Informationen?

    Am Schluss gibt es ein paar kleine Aufgaben.

    Für diesen Lernpfad brauchst du lediglich einen PC, Laptop oder Tablet, einen Browser und Internet-Zugang. Für die Anzeige von Dateien im Portable Document Format (PDF) ist ein PDF-Betrachter notwendig. Ein bestimmtes Betriebssystem ist nicht erforderlich.

    Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9/10 (3. Lernjahr) und der Gymnasialen Oberstufe. Um den Lernpfad vollständig durchzuarbeiten, werden etwa fünf Stunden benötigt.

  • Berufsbild

    Das machst du im Beruf

    Chemielaboranten und Chemielaborantinnen können vielseitig eingesetzt werden. Die Aufgaben lassen sich wie folgt zusammen fassen:

    „Chemielaboranten arbeiten in enger Kooperation mit Naturwissenschaftlern und Ingenieuren in Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionslaboratorien der Industrie, an Hochschulen und in chemischen Forschungsstätten. Chemielaboranten führen Analysen und Qualitätskontrollen, Synthesen und messtechnische Aufgaben selbstständig durch. Dabei planen sie die praktischen Arbeitsabläufe in den Labors, protokollieren die Arbeiten und werten die Ergebnisse aus. Bei ihren Arbeiten müssen sie mit hoher Verantwortung insbesondere die Vorschriften und Regelungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz, zum Umweltschutz sowie zur Qualitätssicherung berücksichtigen.“

    Quelle: gdch.de (zugriffen im August 2014)

    Um dir mal an einem praktischen Beispiel zeigen zu können, was in der Forschung läuft, habe ich dir einen gut geschriebenen und verständlichen Text des Max-Planck-Gesellschaft herausgesucht. Darin geht es um die Synthese von Naturstoffen, in der Hoffnung, neue Medikamente zu finden.

    Max-Planck-Gesellschaft: Die Natur als geniale Apotheke - warum Chemiker komplizierte Naturstoffe nachbauen (Ausgabe 17, Winter 2012/13). Download bei max-wissen.de

  • Voraussetzungen

    Was verlangt wird

    Um eine Ausbildungsstelle als Chemielaborant / Chemielaborantin zu bekommen, solltest du einen guten Realschulabschluss oder Abitur haben. Wichtig sind nicht nur gute Noten in Chemie, sondern auch in den anderen Naturwissenschaften. Für mikrobiologische Arbeiten sind gute Biologie-Kenntnisse wichtig. Chemische Reaktionen hängen von der Temperatur und dem Druck ab. Um Reaktionsabläufe richtig zu planen, sind daher physikalische Kenntnisse erforderlich. Für die statistische Auswertung von Versuchen oder das chemische Rechnen (zum Beispiel Ausbeute und Konzentration) solltest du auch fit in Mathematik sein.

    Du solltest sorgfältig und verantwortungsbewusst mit Chemikalien umgehen können. Du zeigst Durchhaltevermögen und Ausdauer, selbst wenn es mal bei Planung und Realisierung im Labor länger dauert.

    Das Arbeiten im Team bereitet dir keine Schwierigkeiten, auch ein kleiner Plausch auf Englisch ist drin.

    Deine Ausbildung als Laborant ist sehr umfangreich, reicht aber nicht ein Leben lang aus. Du solltest bereit sein, auch nach deiner Ausbildung dich in Fortbildungen weiter zu bilden.

     

  • Ausbildung

    Was du in der Ausbildung lernst

    Die Ausbildung zum Chemielaboranten /Chemielaborantin erfolgt dual in einem Betrieb und in der Berufsschule. Während der 3,5 jährigen Ausbildung läuft vor allem im Betrieb der praktische Teil ab, während die Berufsschule überwiegend die Theorie übernimmt. Oftmals finden in großen Firmen noch zusätzlich Fachseminare statt. Je nach Lehrjahr verdient man ca. 800 bis 1000 Euro pro Monat.

    Neben den klassischen Chemieunternehmen gibt es Ausbildungsstellen auch in Betrieben aus dem Pharmabereich, der Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie.

    Laut Ausbildungsverordnung gibt es folgende Pflichtthemen:

    1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht

    2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes

    3. Betriebliche Maßnahmen zum verantwortlichen Handeln (Responsible Care)

    4. Arbeitsorganisation und Kommunikation

    5. Umgehen mit Arbeitsstoffen

    6. Chemische und physikalische Methoden

    7. Durchführen analytischer Arbeiten

    8. Durchführen präparativer Arbeiten

    Zur Wahl stehen unter anderem:

     

    Im Berufsschulunterricht werden laut Rahmenlehrplan folgende Themen behandelt. Wichtige Themen, wie die Analyse von Stoffen, werden mehrfach in den drei Jahren der Ausbildung wiederholt.

    1. Vereinigen von Stoffen

    2. Trennen von Stoffsystemen

    3. Struktur und Eigenschaften von Stoffen untersuchen

    4. Stoffe fotometrisch und chromatografisch untersuchen

    5. Präparative Arbeiten durchführen

    6. Volumetrische und gravimetrische Analysen durchführen

    7. Chromatographische Analysen durchführen

    8. Spektroskopische Analysen durchführen

    9. Strukturaufklärung organischer Verbindungen durchführen

    10. Synthesetechniken anwenden

    11. Produktionsprozesse überwachen

    12. Werkstoffeigenschaften bestimmen

    13. Mikroorganismen identifizieren und nutzen

    14. Stoffe elektrochemisch untersuchen

    15. Umweltbezogene Arbeitstechniken anwenden

    16. Immunologische und diagnostische Arbeiten durchführen

    17. Biotechnische und zellkulturtechnische Arbeiten durchführen

    18. Beschichtungsstoffe herstellen und prüfen

    19. Elektrotechnische Arbeiten durchführen

    Noch ein Wort zur Abschlussprüfung. Sie besteht aus zwei Teilen: Teil 1 erfolgt am Ende des 2. Ausbildungsjahres und macht 35 % der Gesamtnote aus; Teil 2 erfolgt am Ende der Ausbildung und geht zu 65 % in die Note ein.

     

  • Weitere Infos

    Noch mehr Links

    Rund um den Beruf des Chemielaboranten / der Chemielaborantin gibt es online viele weitere Informationen. Zum Öffnen der Links den Text in der rechten Spalte anklicken.

    Steckbrief

    planet-beruf.de

    Berufsbild

    berufenet.arbeitsagentur.de

    bmwi.de

    berufskunde.com

    gdch.de

    Blick in die Forschung

    max-wissen.de

    Film

    berufe.tv

    azubot.de

    Interaktiv / Multimedia

    beroobi.de

    elementare-vielfalt.de

    Tagesablauf

    planet-beruf.de

    Ausbildungsvergütung

    bibb.de

    Ausbildungsverordnung

    bgbl.de

    Rahmenlehrplan

    kmk.org

    Berufsverband

    gdch.de





  • Aufgaben

    Beantworte die Aufgaben

    1. Quiz

    Bist du an einem Videoquiz interessiert? Dabei musst du aus drei Antworten die eine richtige auf eine Frage zum Beruf des Chemielaboranten / der Chemielaborantin auswählen. Ob du richtig oder falsch liegst, sagt dir gleich das Video.

    Hier geht's zum Videoquiz.

    2. Was mir am Beruf gefällt

    Der Beruf des Chemielaboranten / der Chemielaborantin umfasst ein breites Spektrum an Tätigkeiten. Darüber hast du hier einiges erfahren. Beschreibe kurz, was dir gefällt und was dir nicht gefällt. Gerne kannst du dich dazu auf den verlinkten Seiten umsehen.

    3. Blick in die Zukunft

    Nehmen wir an, du entscheidest für die Ausbildung als Chemielaborant/-in. Beschreibe mit wenigen Worten, wo du dir vorstellen kannst zu arbeiten und was du gerne beruflich tun würdest. Falls dir nichts einfällt, schau doch mal in Online-Stellenanzeigen.

    4. Ein Beispiel aus der Forschung

    Im Text der Max-Planck-Gesellschaft hast du mehr über die Synthese von Naturstoffen erfahren. Gebe eine kurze Zusammenfassung. Woran wird geforscht?

    Download Heft bei max-wissen.de

     

  • Lösungen

    Lösungsvorschläge

    zu 1. (Quiz)

    Ob eine Antwort richtig oder falsch ist, erfährt man unmittelbar nach Auswahl der Antwort.

    zu 2. (Was mir am Beruf gefällt, Vorschlag)

    Ich möchte in einem Beruf arbeiten, in dem ich viel praktisch tätig bin und nicht nur am Schreibtisch sitzen muss. Als Chemielaborant/-in habe ich eine breite Ausbildung erhalten und kann unter einer Vielzahl unterschiedlicher Branchen wählen. Der Umgang mit Gefahrstoffen im Labor erfordert Fachkenntnis und Verantwortungsbewusstsein. Beides bringe ich mit.

    Was mir nicht so zusagt, ist der technische Schwerpunkt; mir liegt der Umgang mit Tieren und Pflanzen eher. Man braucht ordentliche Physik- und Mathematikkenntnisse. In beiden Fächern war ich nicht so gut. Die vielen Reaktionsmechanismen und Namensreaktionen in der Organischen Chemie schrecken mich momentan eher ab.

    zu 3. (Blick in die Zukunft, Vorschlag)

    Ich bin Chemielaborant in einem mittelständischem Unternehmen, das sich mit der Untersuchung und Beseitigung von Altlasten und Schadstoffen in Gebäuden befasst. Meine Aufgabe ist zunächst die Erfassung der eintreffenden Proben in einer Software. Anschließend bereite ich die Proben so auf, dass die gewünschten Analysen, zum Beispiel auf Schwermetalle oder organische Schadstoffe durchgeführt werden können. Die Messergebnisse werden von mir ausgewertet und dokumentiert. Zusammen mit den zuständigen Kollegen erstelle ich bei nachgewiesenen Belastungen Vorschläge für die Sanierung.

    zu 4. (Ein Beispiel aus der Forschung, Vorschlag)

    Naturstoff ist die Bezeichnung für natürlich vorkommende Stoffe, die im Organismus (zum Beispiel im Tier oder in der Pflanze) hergestellt werden. Interessant sind die Naturstoffe für den Menschen, weil sie eventuell medizinisch bedeutsam sind. Ein Beispiel ist der Weidenrindenextrakt. Dessen schmerzstillender Wirkstoff ist das Salicin. 1899 kam eine synthetisch Variante auf den Markt (Aspirin mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure).

    In der Regel werden für ein Medikament große Mengen eines Naturstoffs benötigt. Diese zu beschaffen wäre sehr aufwändig. Die Chemie ist heutzutage in der Lage, komplexe Naturstoffe im Labor nachzubauen. Man nennt dies Totalsynthese.

    Momentan wird daran gearbeitet, den Naturstoff Tulearin C zu synthetisieren. In der Natur kommt der Stoff in einem Schwamm vor. Interessant daran ist, dass daraus eventuell ein Medikament gegen Hautkrebs hergestellt werden kann. In einem aufwändigen mehrstufigen Prozess ist es dem Forscher-Team gelungen, den Naturstoff zu synthetisieren.

     

  • Lehrerinfo

    Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer

    Um in einem naturwissenschaftlichen Beruf arbeiten zu können, muss man nicht gleich studieren. Es gibt einige zahlreiche Ausbildungsberufe, die über eine rein schulische Ausbildung oder dual in Kombination von Betrieb und Berufsschule zum Ziel führen.

    In diesem Lernpfad wird der duale Ausbildungsberuf des Chemielaboranten / der Chemielaborantin vorgestellt.

    Inhaltsverzeichnis

    Der Lernpfad umfasst folgende Seiten:

    • Einführung

    • Berufsbild

    • Voraussetzungen

    • Ausbildung

    • Weitere Infos

    • Aufgaben

    • Lösungen

    • Lehrerinfo

    Hinweise

    Im Gegensatz zu den anderen üblichen Darstellungen der Ausbildung und des Berufsbildes erfolgt dies hier aus Sicht des / der Auszubildenden in Form von fiktiven Geschichten.

    In diesem Lernpfad werden behandelt:

    • Was macht man im Beruf?

    • Welche Vorkenntnisse werden erwartet?

    • Welcher Schulabschluss wird benötigt?

    • Wie läuft die Ausbildung ab?

    • Wo gibt es weitere Informationen?

    Am Schluss gibt es ein paar kleinere Tests mit Fragen zu dem Beruf sowie die Lösungen.

    Für diesen Lernpfad brauchst man lediglich einen PC, Laptop oder Tablet, einen Browser und Internet-Zugang. Für die Anzeige von Dateien im Portable Document Format (PDF) ist ein PDF-Betrachter notwendig. Ein bestimmtes Betriebssystem ist nicht erforderlich.

    Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9/10 (3. Lernjahr) und der Gymnasialen Oberstufe. Um den Lernpfad vollständig durchzuarbeiten, werden etwa fünf Stunden benötigt.

    Der Lernpfad richtet sich gleichermaßen an Schülerinnen wie Schüler. Auf sprachlicher Ebene wurde darauf geachtet, geschlechterspezifische Formulierungen (wie zum Beispiel Laborantinnen und Laboranten) zu verwenden, wenn beide Gruppen angesprochen werden sollen. Außerdem werden die Lernpfade abwechselnd von einem Mann oder einer Frau vorgestellt.

    Kontakt mit Autor

    Für Fragen und Anregungen stehe ich gerne zur Verfügung.
    E-Mail an Dr. Stefan Horn: bs@fam-horn.de

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